Jamendo vor dem Aus?

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Jamendo-LogoLaut einem Artikel bei techcrunch steht die beliebte Creative Commons-Musik-Plattform Jamendo zum Verkauf oder zu einem Zusammenschluß bereit. Trotz neuer Angebote wie dem Jamendo-Pro-Shop, der März 2009 gestartet wurde, geht dem Luxemburger Unternehmen das Geld aus.

2007 gelang es des Firma, Venture-Kapital von Mangrove Capital Partners zu erhalten, damit wurde die Infrastruktur ausgebaut und eben auch neue Projekte wie der Pro-Shop gestartet. Dieser hat bereits um die 2.300 Kunden angezogen und über 300.000€ eingespielt. Dies ist aber nicht genug, um auch die Zukunft zu sichern, 1,5 Millionen Euro will Jamendo diesmal bekommen.

Jamendo verhandelt jetzt unter anderem mit Mangrove Venture Capital über neues Kapital, aber auch ein Verkauf bzw ein Zusammenschluß mit einer anderen Firma wäre denkbar.

Neben dem Pro-Service setzt Jamendo auch auf Werbung sowie auf Spenden der Nutzer. 50% der Werbeeinnahmen gehen an den Künstler, 50% verbleiben bei der Plattform. Von den direkten Spenden an die Künstler verbleibt nur ein fester Anteil bei Jamendo. Hier zeigt sich auch ein klares Problem: von den weit über 600.000 registrierten Mitgliedern haben noch keine 2.000 jemals etwas gespendet. Die bisher angefallenende Spendensumme liegt bei unter 40.000€ - seit Start des Portals in 2005!

UpdateJamendo hatte 2007 keine 1,5 Mio bekommen, sondern will diese jetzt zusammenbekommen.

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Kommentare (15)

Mist. Hab Dank Finger-Trouble den Orginal-Artikel gelöscht, darum sind jetzt die Kommentare verschwunden. :/

Naja, wenn ein Käufer gefunden wird, wovon ich stark ausgehe, ist dass nicht das Aus, sondern möglicherweise der Anfang.
Wenn man mal kritisch auf Jamendo blickt, so ist es sicher der Beste Ansatz, aber nicht wirklich gut umgesetzt.

Die Spenden sind wirklich ein Problem. Auf der einen Seite sollte man die Musiker unterstützen, auf der Anderen Seite, warum zahlen wenn genug Musik (je nach Geschmack :) ) auch im Radio für Lau läuft. Egal ob FM oder Internet-Radio. Die kommerziellen Rechteverwerter jammern, da ist es nicht verwunderlich wenn die nicht-kommerziellen bzw. freien Künstlerportale das auch tun. Sind wir ehrlich, die Leute wollen kein Geld für Musik ausgeben! Das ist die bittere, aber verständliche Wahrheit. Musik ist ein Kulturgut. Kultur sollte gefördert werden, aber nur wenige Menschen sind bereit dafür etwas auf den Tisch zu legen. Die Tendenz wird immer deutlicher.
ABER, die Musiker könnten mit Fan-Artikeln und Live-Auftritten Geld machen. Ein Shirt für 15 Euro ist mental besser zu verkraften, als 5 Euro für etwas zu geben, das man sowieso schon kostenlos hat.
Auch ganz neue Modelle sollten überdacht werden. Ähnlich wie die meisten Webseiten ihren Inhalt kostenlos anbieten und sich über Werbung finanzieren, könnte dies auch für Musiker und deren Web-Angebote funktionieren.

Alle die jetzt meinen, sie hätten ja gleich gewusst, dass das mit der freien Musik nix wird, sollten daran denken, dass das obengenannte auch für kommerzielle Musik zählt. Viele würden sogar lieber ganz auf Musik verzichten, als welche zu kaufen, falls mal aus diesen Gründen UKW / Internetradio abgeschalten werden würde (lächerlich).

Das herkömmliche Musikgeschäft ist tot. Der Zug ist abgefahren. Je mehr neue Wege genutzt werden um die Musiker ihr gerechtfertiges Einkommen zu sichern, desto besser. Die, die an alten Modellen und Vorstellungen festhalten, werden auf der Strecke bleiben.

Also der möchte ich so nicht stehen lassen. Musiker können auch mit dem Verkauf von Musik Geld verdienen. Aber nackte Downloads gehen nicht wirklich gut. Es ist ein wenig absurd, aber für eine CD geben Leute einfach lieber Geld als, als für ein Zip-File mit MP3s.

Womit ich dir aber Recht geben muss ist, dass es auch noch zusätzliche Fan-Artikel braucht. Einfach Dinge, bei denen der Kunde das Gefühl hat, etwas für sein Geld zu bekommen. Und das ist halt neben der CD auch das T-Shirt, die Kaffee-Tasse und das handsignierte Poster.

wie weit ist es mit uns gekommen, dass wir für künstler, die so wunderschöne werke erschaffen und die wir eigentlich bewundern und verehren, mitleid empfinden?

traurig das alles.

Jamendo ist eine tolle Seite, aber dass Spenden keine brauchbare Geschäftsgrundlage sind, habe ich schon oft und bei vielev verschiedenen Projekten und Künstlern gelesen. Fragt mal Botany Bay was bei deren Spendenaufrufen herauskommt. Interessant finde ich die Idee, die hinter http://www.openpot.com steckt. Da werden die Künstler an den Werbeeinnahmen beteiligt. Bei Openpot gefällt mir aber die Bedienung der Seite nicht so gut. Streaming ist dort die Ausnahme, nicht die Regel. Deswegen hat Openpot wohl auch nur so wenige User und Künstler. Eine Kombination von Jamendo und Openpot wäre phantastisch.

Naja, Jamendo hat auch versucht, mit Werbung Geld zu machen. Hat hat nicht ausreichend geklappt. Das ist halt mit ein Problem: Sie sind zu schnell gewachsen. Da nicht genug Eigenkapital vorhanden war, haben sie sich welches geliehen und jetzt will der Verleiher das Geld zurückhaben. Gimmesound hat übrigens ein sehr ähnliches Konzept wie OpenPot, nur dass da Streaming immer erlaubt ist.

Es gibt auch genug alternativen z.B. audiofarm.org

Naja, audiofarm ist kein reines CC-Portal, aber interessant ist es trotzdem - und schon seit langer Zeit auf der Liste der Projekte, über die mal berichtet werden sollte. :)

Jamendo lebt nicht von Spenden, sondern vom Lizenzverkauf, der erst März 2009 gestartet ist, was zu spät war...Außerdem wollen Risikokapitalgeber Rendite sehen. Wenn die nicht groß genug ist, ist das als Investment nicht mehr interessant. Daß sich Jamendo mittlerweile fast selbst trägt, ist denen zu wenig.

Wie auch immer, auf http://savejamendo.wordpress.com/ kann man seine Unterstützung zeigen, statt nur zu philosophieren ;-)

PS. Soweit ich weiß ging Jamendo im Dezember 2004 online, nicht schon 2003. Da waren dann auch noch nicht alle Funktionen wie Spenden oder so vorhanden, würde ich mal schätzen. Und damit man mal ein Gefühl dafür bekommt, was an Aufbauarbeit verloren gehen würde: Ende November 2006 (also fast 2 Jahre danach!) gab es ganze 2000 Alben und 50000 registrierte Nutzer, siehe http://blog.jamendo.com/2006/11/

Achso...Bei den Spenden geht jedenfalls nach den TOS nur ein Fixbetrag unabhängig von der Spendenhöhe als Verwaltungskosten an Jamendo (also nicht 50%), siehe Article 5. GIFTS auf http://www.jamendo.com/en/cgu_user

Ja, Jamendo ist verbesserungswürdig...und erstmal müßte es dazu weiter gehen.

Du hast Recht. Selten so gepatzt... Die ersten Spenden gingen 2005 ein. Keine Ahnung, wie ich da 2003 draus gemacht habe.

[...] geht es laut diesem Bericht ziemlich mies. Das ist für sich schon schade und wird in dem Text genauer erklärt, weshalb ich [...]

Lustig, das so zu lesen und 1 Jahr später ist Jamendo immer noch online. So schnell gehts dann doch nicht.

Einen einfachen Stand hat Jamendo auf dem deutschen Markt mit den Sonderregelungen der GEMA sowieso nie gehabt. In diese Lücke sind schon vor längerer Zeit spezielle gemafreie Musikanbieter wie http://www.imatunes.net, http://www.addloops.com oder http://www.massivetracks.org gestoßen. Zumindest wir in der Firma (Werbeagentur) haben aufgrund dieser rechtlichen Schwierigkeiten (internationales CC-Material nicht gleich gemafrei) nie bei Jamendo gebucht. Bei user generated content war das immer etwas unsicher vom Gefühl her.

Wenn etwas unter CC steht und dies von Jamendo bestätigt wurde (dafür kann man ja die entsprechende Lizenz kaufen), dann ist das natürlich auch GEMA-frei. Die GEMA akzeptiert das Zertifikat, das man von Jamendo bekommt ohne Probleme. Habe ich selber bereits getestet. Wenn man einfach runterlädt und nutzt, trägt man schon ein gewisses Restrisiko.

Eigentlich schade. Wenn man überlegt wie viele Nutzer die Seite hat, die sich der Musik bedienen und wieviel an Spenden zusammen kommt, ist das schon ein Armutszeugnis. Jamendo Pro wird die Sache wohl kaum auffangen können, den es gibt bereits so viele andere Shops wie beispielsweise http://www.musicfox.com, die mit GEMA-freier Musik für Firmen bereits etabliert sind.

Selten so elegant verpackte Werbung gesehen. Nur blöde, dass die Nachricht schon so alt ist, dass sie de facto niemand mehr liest. Da wäre doch "Lasst die Kinder singen" beim Kinderlieder-Artikel deutlich besser aufgehoben. :P

Oh man sowas ist echt total ärgerlich wenn sowas passiert..ich bin aber einfach umgestiegen auf eine andere Seite, die ist meines Erachtens echt die günstigste und praktischste Seite..hier kriege ich schließlich für wenig Geld eine gesamte Compilation...www.absolutesongs.com

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